Regeln für die Sicherheit in den Bergen

Die Urlaubszeit ist für viele auch gleichzeitig die Zeit, die sie in den Bergen verbringen. Lange haben sie darauf gewartet, Gipfel zu erklimmen, stille Bergtäler zu durchwandern und in Bergseen zu baden. Es gibt verschiedene Grundregeln, die jede Bergtour zu einem unvergesslichen aber vor allem auch sicheren Freizeitvergnügen werden lassen. 

Abbildung 1: Mobiltelefone können in den Bergen lebensrettend sein.

Zur Grundausrüstung gehören für alpine Touren knöchelschützende Bergstiefel mit Profilsohle. Die Bekleidung muss zur Jahreszeit passen, Regen und auch Kälteschutz sind Standard in jedem Rucksack. Gehen Urlauber durch unbekanntes Gebiet, sind Wanderkarten und Mobiltelefone ein absolutes Muss. Mobiltelefone können die Rettungszeiten erheblich verkürzen. Dabei kann zusätzlich darauf geachtet werden, dass das Handy auch GPS-fähig ist, um im Notfall den Weg navigieren zu können.

Die modernen Geräte verfügen in der Regel alle über diese Funktion. Wer sich eh ein neues Gerät anschaffen will, findet bei preis24.de neben aktuellen Vertragskonditionen auch Informationen und technische Details zu den gängigen Smartphone-Modellen. In den Bergen gilt: Handy eingeschaltet lassen, denn im Notfall können Nutzer geortet und so ihr Standort ermittelt werden. Bevor die Tour startet, sollten Mobiltelefone aufgeladen sein. Als Ergänzung bieten sich für lange Touren mobile Solarladegeräte an.

Die Grundregeln für Bergsicherheit

1.    Urlauber sollten die ersten Ferientage langsam angehen und sich akklimatisieren.

2.    Wegestrecken lieber kürzer als länger planen, Zeit für lange Pausen berücksichtigen.

3.    Eine Bergtour als Genusstour betrachten.

4.    Die Routenlänge an die Tageslichtzeit anpassen und rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit zurückkehren.

5.    Wetterlage am Tag vorher und kurz vor dem Aufbruch checken, zum Beispiel mit dem Smartphone oder Handy. Unklare Wetterlage, starke Temperaturstürze und Gewitterneigungen berücksichtigen. Ankündigung von Kaltfronten und Schneefällen auch im Hochsommer ernst nehmen. Ein zuverlässiger Wetterdienst für das Allgäu ist hier zu finden.

6.    Zur eigenen Sicherheit sollten Daheimgebliebene oder der Vermieter über den Tourenverlauf informiert werden. Hüttenwirte, Vermieter Angehörige sollten über die voraussichtliche Rückkehr Bescheid wissen. Falls sich die Pläne unterwegs ändern, unbedingt Bescheid geben.

7.    Völlig ungeübte Bergurlauber sollten die ersten Bergtouren mit einem erfahrenen Wanderführer unternehmen.

8.    Unter allen Umständen auf den markierten Wegen bleiben. Es besteht in Höhenlagen Absturz- und Steinschlaggefahr.

Besondere Sicherheitsvorkehrungen für Familienwanderungen

1.    Auch Kinder brauchen angemessene Bekleidung, das gilt insbesondere für die Schuhe.

2.    Kopfschutz, Sonnencreme und Sonnenbrille mitführen.

3.    Die Gehzeiten und der Schwierigkeitsgrad an das Alter des jüngsten Teilnehmers anpassen.

4.    Ausreichend Pausen, Spiel und Ablenkung einplanen. Erholung zwischendurch ist für kleine Wanderer enorm wichtig.

5.    Ersatzwäsche für Kinder mitführen.

6.    Kinder nur in übersichtlichem Gelände vorauslaufen lassen. Bei steileren Anstiegen bleiben Erwachsene hinter dem Kind, um es beim Abrutschen auffangen zu können.

7.    Keine beängstigenden Situationen herbeiführen, steinschlaggefährdete Gebiete vermeiden.

8.    Falls Wege mit ausgesetzten Stellen dabei sind, ein Seil (10 m lang, 9 mm stark) sowie Gurtzeug für das Kind mitführen.

Abbildung 2: Wandern in der Gruppe ist sicherer, als alleine unterwegs zu sein.

Regeln in der Natur

Wanderer sollten Rücksicht auf die Natur nehmen. Gerade in den Bergen ist diese besonders artenreich und schützenswert. Naturschutz fängt mit der Benutzung von Verkehrsmitteln an. Bergwanderer sollten möglichst öffentliche Verkehrsmittel benutzen und den eigenen PKW stehen lassen. Die Allgäu-Walser-Card ermöglicht zum Beispiel die kostenlose Benutzung der Buslinien im Kleinwalsertal. Oft gibt es günstig gelegene Haltestellen, von denen aus in wenigen Gehminuten die Wanderwege zu erreichen sind. 

Abbildung 3: Ziel erreicht! Das Gipfelkreuz ist ein tolles Fotomotiv. Doch Hunde sollten in den Bergen zum eigenen Schutz nicht frei laufen.

Die Gebirgswelt ist Lebensraum vieler Wildtiere und diese brauchen die Pflanzen und Kräuter auf den Wiesen. Deshalb sollten Wanderer nicht einfach Bergwiesen betreten, sondern auf den Wegen bleiben. Hunde sind an der Leine zu führen. In den Bergen können sie abrutschen und sich verletzen. Außerdem zertreten sie unbedarft aufkeimende Pflanzen. Wird einmal der Jagdtrieb in einem Hund wach, hört er nicht auf das Rufen des Halters. Dabei können Hunde sich selber und die Wanderer in eine gefährliche Situation manövrieren. In der Natur gilt, diese so zu verlassen, wie sie aufgefunden wurde. Auf diesem Weg bewahren Wanderer nicht nur für die nachfolgenden Wanderer einen schönen Ort, sondern sie ersparen der Natur auch überflüssige Umweltbelastung. Der Müll, der beim Picknicken und beim Wandern entsteht, sollte nicht in der Bergwelt verbleiben, sondern mit nach Hause genommen werden. Falls Wanderer unterwegs durch Bergweiden wandern, die eingezäunt sind, sollten sie die Tore immer wieder schließen, sofern sie sie selbst geöffnet haben. Entläuft dem Bauern das Vieh, bringt ihm das erhebliche Mehrarbeit bzw. einen wirtschaftlichen Schaden.

Verhalten bei einem Bergunfall

Kommt es trotz aller Vorsicht und vorausschauender Planung dennoch zu einem Bergunfall, helfen diese Regeln, eine schnellstmögliche Rettung zu gewährleisten:

  • Ruhe bewahren und überlegt handeln.
  •  Erste Hilfe leisten: es ist besser zu improvisieren, als nichts zu tun.
  • Verletzte aus der Gefahrenzone entfernen und sicher lagern.
  • Verletzte nicht alleine lassen, sondern bei ihnen bleiben.

In den Bergen gilt wie überall in Deutschland und Europa die Notrufnummer 112 auch für das Mobiltelefon. Ein Notruf beinhaltet die fünf großen W:

1.    Wer meldet? Namen und Rückrufnummer nennen.

2.    Was ist passiert? Die Art der Verletzung beschreiben.

3.    Wo ist es passiert? Genaue Ortsangabe liefern, ggf. vorher Koordinaten aus dem Smartphone abrufen.

4.    Wie viele Verletzte? Anzahl und Alter der Beteiligten nennen.

5.    Wann ist der Unfall passiert? Zeitpunkt oder ungefähre Zeitangabe nennen.

Abbildung 4: Manchmal bleibt nur noch die Bergrettung.

Sobald der Notruf abgesetzt ist, das Handy nicht benutzen und nicht telefonieren. Die Verbindung muss für Rückfragen der Einsatzkräfte frei bleiben. Wer keine Telefonverbindung hat, kann dennoch das alpine Notsignal absetzen. Hierzu geben Betroffene alle 10 Sekunden ein Signal ab, ideal sind Pfeifen, Rufen oder Lichtsignale.

 

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