Nachhaltig unterwegs: Wie Urlauber umweltfreundlich reisen und konsumieren

Tourismus hat immensen Einfluss auf den Klimawandel. Kreuzfahrtschiffe belasten die Meere mit Unmengen Schweröl, tonnenweise Plastik landet in der Natur und der kontinuierliche Bau neuer Ferienanlagen reduziert den wertvollen Lebensraum von Tieren. Dass es sich lohnt auf Fernreisen zu verzichten und in der Heimat zu entspannen, haben viele Reisende längst erkannt. Welche Möglichkeiten es außerdem gibt, um den Urlaub nachhaltig zu gestalten, verraten die  folgenden  vier zentralen Tipps.

Nachhaltigkeit beginnt beim Einkaufen und Packen

Umweltschutz beginnt nicht erst am Reiseziel, sondern schon beim Einkaufen für die Ferien. Unter anderem lässt sich beim Beschaffen der Bekleidung auf alternative Produkte zurückgreifen. Statt Jacken, Hosen, T-Shirts und Co. besonders billig zu kaufen und damit zu riskieren, dass beispielsweise Tiere für die Produktion leiden müssen oder pflanzliche Fasern mit klimabelastenden Substanzen gefärbt werden, ist die Förderung nachhaltig orientierter Marken empfehlenswert. Mit dem Kauf ihrer Artikel unterstützen Verbraucher den Ausbau alternativer Ansätze und können ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Auswahl gibt es inzwischen reichlich. Wie das Firmenportrait zur Marke Fjällräven unter globetrotter.de verdeutlicht, ist dieser Hersteller im Bereich Outdoor-Bekleidung ein positives Beispiel. Laut Internetpräsenz des Outdoor-Händlers baut das Unternehmen Fjällräven den Anteil an CO2-kompensierten Produkten kontinuierlich aus, verwendet langlebige Materialien und verzichtet auf umweltschädliche Rohstoffe wie PVC. „Die firmeneigenen Tierschutz-Richtlinien enthalten strenge Anforderungen an alle verwendeten Materialien tierischen Ursprungs“, heißt es weiter. Darüber hinaus kooperiert der Hersteller seit mehr als 20 Jahren mit einem anerkannten Polarfuchsexperten zum Schutz der vom Klimawandel bedrohten Fuchsart.

Das Verbrauchermagazin utopia.de hat weitere Tipps zur Auswahl von Outdoor-Kleidung pro Naturschutz arrangiert. Diese in Kurzform:

  • weniger High-Tech-Funktionen für mehr Umweltschutz
  • Kleidung aus Recycling- sowie biologischen Naturfasern
  • PFC-freie Produkte (ohne Fluorcarbone)

Das Textilsiegel Bluesign dient Verbrauchern laut Utopia als hervorragende Orientierung beim Kauf. Um mit dem Label prämiert zu werden, müssen Textilien schadstoffarm sein und auch der gesamte Herstellungsprozess wird streng kontrolliert. Aber: Nur, weil ein Produkt einer Marke mit diesem Siegel zertifiziert wurde, heißt das nicht, dass das gesamte Unternehmen nachhaltig orientiert ist. Ein kritischer Blick auf die Firmenphilosophie ist stets ratsam.

Plastikfrei reisen

Plastik ist ein großes Problem der Touristikbranche. Nicht nur Meer und Strände sind voll davon, wodurch Tiere qualvoll verenden, sondern auch die Berglandschaften des Allgäus. Viele Wanderer entsorgen Flaschen, Plastiktüten und sonstige Verpackungsmaterialien nicht ordnungsgemäß, sondern lassen es einfach dort zurück, wo sie ihren Proviant verzehrt haben. Ein untragbares Verhalten. Viele Reiseveranstalter haben inzwischen Projekte ins Leben gerufen, um die Kunststoffflut einzudämmen und Urlauber gezielt zum Umdenken zu animieren. Während die einen keine Einwegflaschen mehr an Hotelgäste verteilen und zum Verwenden wiederbefüllbarer Trinkflaschen auffordern, verteilen andere wiederverwendbare Einkaufstaschen aus PET, damit die Kundschaft keine Einweg-Plastiktüten annimmt. Doch es braucht keine Projekte, um derartig vorzugehen. Jeder Tourist kann Umweltschutz leben, indem er sich beim Packen seiner Reisetaschen Gedanken über Müllvermeidung macht. Nachhaltige Behälter zum Mitführen von Getränken und Snacks ohne schädliches Bisphenol A (BPA) produziert beispielsweise die Marke Klean Kanteen.

Öko-Portale aufsuchen

In vielen Reisebüros steckt das Thema Nachhaltigkeit noch in den Kinderschuhen. Öko-Onlineportale sind ihnen meilenweit voraus. Folgende drei Plattformen können wir empfehlen.

  • fairunterwegs.org: Orientierungshilfe für Touristen und eine ideale Anlaufstelle, um das persönliche Handeln zu hinterfragen, bevor Reisen gebucht werden.
  • viabono.de: Dieser Verein fördert nachhaltigen Tourismus in der Bundesrepublik und erlaubt das Buchen klimaschonender Unterkünfte. Ob Bauernhof, Schloss oder Campingplatz.
  • forumandersreisen.de: Ein Forum mit mehr als 100 Reiseveranstaltern für nachhaltigen Tourismus.

Beim Wandern die Umwelt schützen

Dass jeder Wanderer seinen persönlichen Müll mit nach Hause nimmt beziehungsweise in seiner Unterkunft ordentlich entsorgt, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ein Blick auf Wanderwege, Aussichtspunkte und Parkplätze bestätigt ein völlig anderes Bild. Jeder Wanderer ist aufgefordert, nichts in der Natur zurückzulassen. Auch das Abweichen von Wanderwegen ist tabu, um den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zu schützen. Der Deutsche Alpenverein (DAV) macht auf Störfaktoren von Wildtieren aufmerksam und erklärt, in welchen Zeiträumen besondere Vorsicht geboten ist. „Zur Brunft- bzw. Balzzeit oder zur Brutzeit reagieren die Tiere besonders sensibel gegenüber Störungen“, heißt es unter alpenverein.de. Abschließend sind geführte Wandertourenzu empfehlen, denn während dieser Tourenn sensibilisieren erfahrene Wanderführer auf den Naturschutz und die Besonderheiten der jeweiligen Regionen. Sie erklären, wie sich heimische Tier- und Pflanzenarten effektiv schützen lassen.

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