Mit den Kindern auf Bergtour: Tipps und Hinweise

Der eingefleischte Wanderer springt morgens mit dem ersten Hahnenschrei aus den Federn und bricht zur Tageswanderung auf. Die unvergleichlich schöne Morgenstimmung und der spektakuläre Sonnenaufgang gepaart mit der Stille und Bergeinsamkeit ist für Naturliebhaber unbezahlbar. Lange und anspruchsvolle Touren stehen auf dem Programm.

Für Kinder allerdings ist das frühe Aufstehen ein Graus. Abgesehen davon gibt es in den Bergen nicht überall Empfang. Bekanntermaßen sind Kinder und vor allem Jugendliche und ihre Smartphones unzertrennlich, wie auch Annemarie Moltz in einem Beitrag bei easyCredit näher ausführt. Unter anderem gibt sie Tipps, wie Erwachsene den Kindern einen gemäßigten Umgang mit Mediengeräten beibringen können. Und wenn Kinder und Jugendliche weniger Zeit mit ihrem Smartphone verbringen, sind sie aufgeschlossener für Aktivitäten im realen Leben. 

Eine gute Lösung für den Einstieg junger Menschen in den Wandersport ist, kurze und schöne Touren zu machen. Nicht nur Kinder bleiben gerne einmal etwas länger liegen. Auch Erwachsene, die während der Woche früh raus müssen, genießen es, mit der gesamten Familie in Ruhe zu frühstücken. Wer Genusstouren in den Bergen als Entspannung anerkennt, bereichert den Familienalltag mit Sicherheit. Eine kurze und spannende Bergtour zeichnet aus, dass sie

-  nicht länger als 4 Stunden Gehzeit aufweist (das ist übrigens kürzer als ein Teenie-Einkaufsmarathon in der Fußgängerzone),

-  attraktive Aussichtspunkte und lohnenswerte Ziele hat und

-  auf schwierigen Stücken Seilbahn-Unterstützung bietet. Eine Übersicht von Bergbahnen im Allgäu ist hier zu finden.

Das Tüpfelchen auf dem I ist, nach einer wunderschönen Wanderung an warmen Sommertagen in einem der zahlreichen Seen im Allgäu zu baden. Kindgerechte Bergtouren sollten wann immer es geht auf gut ausgeschilderten Wegen stattfinden. Das hilft den Kindern nicht nur dabei, sich zu orientieren und den Überblick zu behalten, sondern gewährleistet auch Sicherheit. Wenn etwas schief geht, ist auf einer stark bewanderten Route schneller Hilfe zu bekommen als fernab der touristisch erschlossenen Wegestrecken.

Anreise und Abreise umweltgerecht organisieren

Wer die Natur liebt, ist oftmals auch im Alltag umweltbewusst. Es empfiehlt sich deshalb, per Bahn oder Fernbus anzureisen. Die Bahn bietet regelmäßige Verbindungen bis Kempten oder Sonthofen an, auch Busunternehmen haben preiswerte Angebote und bringen Urlauber komfortabler an beliebte Urlaubsziele in den Bergen. Im Allgäu herrscht ein relativ gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrssystem. Wer mit dem Allgäu-Express von München über Kempten nach Oberstdorf oder Lindau gereist ist, hat direkten Anschluss in die Schweiz. Von Oberstdorf aus fahren dreimal pro Stunde Busse ins Kleinwalsertal. Von Kempten aus sind Verbindungen nach Pfronten, Reutte und Garmisch-Partenkirchen buchbar. Darüber hinaus bieten die einzelnen Urlaubsorte Verbundtickets und Spezialtarife an, die eine Nutzung von Bussen, Bahnen und Seilbahnen kombinieren. Auskunft geben die Bahn, der Allgäu-Express und regionale Verkehrsgemeinschaften im Oberallgäu.

Wer mit Kindern im Allgäu unterwegs ist, wird Wandern neu entdecken. Die Routenplanung ist extrem wichtig und auch die Motivationskünste der Eltern entscheiden darüber, ob der Tag entspannt wird oder eher alpinen Frust auslöst. Je nach Alter der Kinder sind unterschiedliche Rahmenbedingungen zu beachten.

Mit Babys auf Bergtour

Sollten Eltern ihre Babys mit auf Bergtour nehmen? Diese Aktivität ist mit Vorsicht zu genießen. Auf Seilbahnfahrten werden die Babys einer Luftdruckveränderung ausgesetzt, was trotz mäßiger Höhenunterschiede zwischen Berg- und Talstation zu Ohrenschmerzen führen kann. Eltern sollten vorsorglich ein Fläschchen geben, um den Druckausgleich zu erleichtern – oder Touren in den Bergen mit Babys vermeiden. Ein weiteres Problem sind die Kinderwagen. Selbst wenn sie als »geländegängig« ausgewiesen sind, sind sie grundsätzlich nicht bergtauglich. Bereits ab mittleren Steigungen ist das Schieben und Hantieren mit den Kinderwagen sehr unkomfortabel. Bergab kann es sogar gefährlich für das Baby werden. Wer dennoch auf das Wandern während der ersten Lebensmonate eines Babys nicht verzichten mag, sollte zumindest Wanderungen wählen, die geringe Höhenunterschied aufweisen. Eine relativ ebene Strecke ist für Babys zu verkraften.

Kleinkinder in den Bergen

Ungefähr ab dem 7. Lebensmonat können Kinder selbstständig sitzen. Von diesem Zeitpunkt an lassen sie sich in einer Rückentrage unterbringen. Allerdings empfiehlt es sich, diese Art des Transportmittels vorab auszuprobieren. Häufig genießen Kleinkinder die Nähe zu ihrem tragenden Elternteil. Doch nicht jedes Kind reagiert positiv auf den ungewohnten Hochsitz. Eltern sollten mit lauten Unmutsäußerungen oder fröhlichem Gekicher rechnen. Einige Kinder schlafen beim Schaukeln sofort ein. Alles ist möglich, deshalb lohnt es sich, einen Spaziergang mit Rückentrage zu Hause auszuprobieren, bevor es auf Wandertour geht.

Zur Routenplanung: Im Prinzip eignen sich kurze Bergwanderungen und leichte Klettertouren, sofern sich der Träger im Gelände sicher bewegen kann und das Kind geeignet bekleidet ist. Eltern dürfen bei Bergtouren mit Kleinkindern in der Rückentrage nämlich nicht vergessen, dass diese permanent bewegungslos sitzen. Dem Träger selbst wird auf der Tour recht schnell warm, kommt doch das zusätzliche Gewicht auf dem Rücken hinzu. Das Kleinkind jedoch kann gleichzeitig frieren.

Bergwandern mit Kindern und Jugendlichen

Ab dem 4. Lebensjahr reicht die Kondition von Kindern für eine Wanderung aus. Üblicherweise ist das Problem die Motivation. Wer eine einfache Wanderung auf einer geradlinigen Forststraße unternimmt, demotiviert innerhalb weniger Minuten. Sind die Touren abwechslungsreich, gibt es kurze Kletterstücke oder kreuzt ein Bachlauf den Weg, dann sind Kinder und junge Menschen in ihrem Element.

Eine Ausstattung mit professionellen Utensilien wie Wanderrucksack und Wanderstöcken wie die Großen ist ein zusätzlicher Motivator. Wichtig ist, dass die Tour mehrere kurze Etappen aufweist und spannende Aussichtspunkte oder Zwischenziele bietet. Eine Berghütte, auf der Pommes mit Mayo gegessen werden, ist für Kinder ein fantastisches Erlebnis, oft fantastischer, als der Gipfelblick. Eltern sollten das respektieren und entsprechende Umwege und mehr Zeit einplanen. Außerdem können Erwachsene auf den Wandertouren mit ihren Kindern Gelassenheit lernen.

 

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