Gut angezogen bei jedem Wetter: Empfehlungen zur Wanderbekleidung

Egal ob entspannter Sommerurlaub auf der Berghütte, anspruchsvolle Wanderungen durch die Breitachklamm oder Schneegestöber: Damit ein Aufenthalt im Oberallgäu zur perfekten Angelegenheit avancieren kann, braucht es gute Kleidung. Sie schützt an warmen Tagen vor einem Hitzestau und bei ungemütlichem Wetter vor Regen, Wind und Kälte. Doch welche Materialien sind zum Wandern in den Bergen vorteilhaft? Empfehlungen hier in unserer Übersicht.

Bei Fleece handelt es sich um eine synthetische Maschenware, die vorwiegend aus Polyester gefertigt wird. Umweltfreundliche Modelle bestehen aus recycelten PET-Flaschen. Fleece-Jacken sind ideal als Oberbekleidung für kühlere Tage sowie als Zwischenschicht im Winter. Zunächst die Vor- und Nachteile des Materials:

Vorteile von Fleece:

  • extrem leicht
  • hervorragende Isolierung dank hochflorigen Fasern
  • elastisch, wasserabweisend und atmungsaktiv
  • schnelltrocknend und langlebig
  • knitterfrei – kein Bügeln
  • angenehm auf der Haut

Nachteile von Fleece:

  • elektrostatische Aufladung
  • nicht winddicht
  • nicht wasserdicht

Fleece ist jedoch nicht gleich Fleece. Im Handel ist Micro-, Medium- und Heavy-Fleece erhältlich. Micro-Fleece ist aufgrund der Feinheit eine optimale Basis und kann direkt über der Funktionsunterwäsche getragen werden. In dieser Funktion gewährleistet es den zügigen Transport von Feuchtigkeit. Die Haut bleibt stets trocken. „Medium Fleece ist unschlagbar als mittlere Bekleidungsschicht unterwegs, an trockenen Tagen können leichte Fleecepullover oder -jacken aus Medium Fleece natürlich genauso hervorragend solo getragen werden“, erklärt der Fachhändler für Funktionskleidung Schöffel online zu Fleecejacken. Heavy-Fleece hält noch besser warm, als die Medium-Variante und isoliert auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Ungünstig ist die Kombination Fleece auf Fleece, weil hier die Vorteile der Maschenware zunichtegemacht werden. Fleece sollte im Rahmen des Zwiebelprinzips immer nur bei einer Schicht zum Einsatz kommen. Da das Material weder wind- noch wasserdicht ist, wird abhängig von den Wetterverhältnissen eine zusätzliche Jacke mit entsprechender Membran benötigt. Eine Hardshelljacke schützt den Körper vor Wind und Wetter.

Softshell: leicht, wärmend und gemütlich

Softshell-Kleider lassen sich zwischen Fleece und Hardshell einordnen. Gegenüber klassischen Regenjacken, sind Softshelljacken atmungsaktiver, schützen besser vor Wind als Fleece und begeistern gleichzeitig mit ihrem minimalen Gewicht. Für Dauerregen wären Softshellkleider nicht geeignet. Bei kühleren Tagen mit Wind und gelegentlichen Schauern erweisen sie sich dagegen als überaus funktionale und gemütliche Alternativen. Beim Kauf sollte auf Kapuzen, Gummizüge und einen weichen Kragen geachtet werden. Abnehmbare Ärmel sind in den Bergen praktisch, weil beim anstrengenden Aufstieg der Körper mehr schwitzt. Reißverschlüsse sollten verschweißt sein, um Feuchtigkeit und Wind fernzuhalten. Der Alpenverein fügt in einer Online-Broschüre viele hilfreiche Tipps zur richtigen Textilpflege von Funktionsmaterialien hinzu und erlaubt es die Langlebigkeit derartiger Wanderausrüstung zu verlängern. 

Wie Softshell-Kleidung korrekt gepflegt wird, verrät das Ideenportal über Outdoor und Wandern:

Hardshell: Keine Chance für Wind und Wetter

Heftige Stürme, Starkregen und plötzliche Temperaturschwankungen sind in den Bergen keine Seltenheit. Ein zuverlässiger Begleiter für jedes Wetter ist die Hardshelljacke beziehungsweise –hose. Sie steht in erster Linie für Schutz vor Feuchtigkeit und Wind. Es gibt extreme Preisunterschiede bei den Produkten, was unter anderem an der Wasserdichtigkeit liegt. Abhängig davon, welche Stoffe, Beschichtungen oder Membran verarbeitet werden, ist der Schutz vor Regen mehr oder weniger gut. Hinsichtlich des Regenschutzes wird grob zwischen folgenden Lösungen unterschieden:

  • Beschichtung: Bei diesen Hardshell-Textilien wird die Beschichtung auf den Oberstoff aufgetragen. Die Produkte sind aufgrund des günstigeren Verfahrens billiger zu haben, reichen jedoch für Wanderungen von wenigen Stunden aus.
  • Membran: Eine Membran wird stattdessen auf das Obermaterial aufgeschweißt (laminiert), wodurch eine extreme Strapazierfähigkeit erzielt wird und das Ergebnis zuverlässiger als beschichtete Varianten vor Wasser schützt. Einer der namhaftesten Hersteller ist Goretex.
  • 3-Fach Schutz: Noch besseren Schutz bieten Hardshell-Kleider, dessen Futter, Membran und Oberstoff laminiert werden. Diese Jacken und Hosen sind ideal für längere Touren und härtere Bedingungen, weil sie selbst höchster Beanspruchung standhalten. Sie sind jedoch relativ teuer und lohnen sich nur bei regelmäßigem Einsatz.

Wenn es regnet und der Körper durch die Anstrengung beim Wandern schwitzt, kann es unter minderwertigen Regen- und Outdoorjacken stickig werden. Entscheidend ist daher, dass die Oberbekleidung atmungsaktiv ist, damit Träger von einem komfortablen Tragegefühl profitieren. Auch Lüftungsschlitze, Kapuze und ein hochgeschnittener Kragen optimieren den Tragekomfort, wenn der Wind pfeift und es feucht ist. Verschweißte Reißverschlüsse sind gleichermaßen von Vorteil.  

Winterjacken für eisige Verhältnisse

Wenn es richtig kalt wird, kommen auch Hardshelljacken an ihre Grenzen. Dann braucht es Daunen oder funktionale Mikrofasern mit maximaler Isolierung. Sehr gefragt unter synthetischen Materialien für Winterbekleidung ist Primaloft. Die oft „synthetische Daune“ genannte Polyesterfaser zeichnet sich durch eine besondere Struktur aus, die hohen Tragekomfort und optimalen Kälteschutz garantiert. Der größte Vorteil gegenüber Daunen: Primaloft wärmt auch bei starker Feuchtigkeit und ist schnelltrocknend. Daunen hingegen benötigen lange zum Trocknen und verlieren bei Nässe an Isolationskraft. Das Sportmagazin Fit For Fun hat sich mit den Vor- und Nachteilen von Daunen und Kunstfaser bei Winterjacken auseinandergesetzt und stellt die kaufentscheidenden Merkmale gegenüber.

Tipps zu attraktiven Unternehmungen im Oberallgäu für Winter und Sommer finden Sie in unseren Ratgebern mit jeweils 15 Tipps für abwechslungsreiche Ausflüge. 

Quelle Bilder v.o.n.u.: Unsplash / nike159 / Pexels -> pixabay.com