Entwicklung der Anzahl an Kleinvermietern im Allgäu und dem Kleinwalsertal

Warum reduziert sich derzeit die Anzahl an Kleinvermietern im Allgäu und dem Kleinwalsertal? Die Gründe dafür scheinen auf der Hand zu liegen. Bei näherer Betrachtung ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Und es ist noch nicht "aller Tage Abend"!

Wenn man sich in den On- und Offline-Medien einmal umschaut, wird rasch klar, dass sich mit Blick auf die Anzahl an Kleinvermietern im Allgäu und dem Kleinwalsertal ein leichter Negativtrend abzeichnet. Und das, obwohl Kleinvermieter für diese touristisch orientierten Gebiete ausgesprochen kostbar sind. Während große Hotelketten vor Ort immer stärker Präsenz zeigen, ist das bei den "kleineren" Anbietern augenscheinlich anders. Die aktuellen Zahlen sprechen für sich. So machen Kleinanbieter im Gastgebergewerbe einen Anteil von sage und schreibe 93 Prozent aus. Hierbei ist von Anbietern mit einem Leistungsportfolio von bis zu 35 Betten die Rede.

Schuld an dieser Entwicklung sind die teils frappierenden Entwicklungen im Tourismusgewerbe generell. So hat sich im Laufe der vergangenen Jahre das Buchungsverhalten der Touristen drastisch geändert. Wer ein Hotelzimmer im Kleinwalsertal bzw. im Allgäu buchen will, kann dies bspw. günstig über Online-Vergleichsplattformen mit nur wenigen Klicks tun. Im Übrigen ist auch in Bezug auf die Marketingstrategien und -projekte eine nachhaltige Veränderung klar ersichtlich. Alles in allem wird das Gastro-Gewerbe immer professioneller. Die Individualität und die Kundenorientiertheit, die die Kleinvermieter erfahrungsgemäß zu bieten haben, scheinen in diesem Trend mehr und mehr ins Hintertreffen zu geraten.

Aufrichtige Herzlichkeit kommt bei Touristen im Allgäu und dem Kleinwalsertal seit jeher gut an

Trotzdem - oder gerade deshalb - ist auf der anderen Seite durchaus auch ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont erkennbar. Denn Fakt ist nun einmal, dass die Kleinvermieter den jeweiligen Urlaubsregionen eine weitaus höhere Kundenbindung ermöglichen. Und eben dieser Aspekt ist es, der ihnen - und sei es nur in einem vergleichsweise geringen Maße - in die Hände spielt. Denn im Kleinwalsertal sowie im Allgäu ist durch das nach wie vor ausgesprochen große Engagement der Kleinvermieter eine durchweg positive Attitude der Besucher und Touristen sichtbar. Echte Gastfreundschaft und Herzlichkeit werden nach Ansicht der meisten Touristen nach wie vor großgeschrieben. In diesem Bereich besteht auf Seiten der Großanbieter in mancherlei Hinsicht noch Nachholbedarf. Sicherlich steht hier absolute Professionalität im Fokus. Andererseits mutet es mitunter so an, als sei ihre Gastfreundschaft eher unternehmensorientiert ausgerichtet. Sie basiert daher vielerorts einzig auf der Basis der Professionalität. Insofern haben Kleinvermieter de facto noch immer die Nase vorn.

Es besteht Handlungsbedarf in den örtlichen Tourismussegmenten

Schon immer war der Tourismus ein elementarer Wirtschaftsfaktor im Allgäu sowie im Kleinwalsertal. Nicht von der Hand zu weisen ist aber auch die veränderte Arbeitswelt, die auch vor dieser zauberhaften Region nicht Halt gemacht hat. So möchten viele junge Leute die Gastro- und Übernachtungsbetriebe der Eltern nicht mehr übernehmen, weil sie sich anderweitig orientieren möchten. Ebenfalls von Relevanz ist in dem Zusammenhang der in vielen Orten recht hohe Mangel an Informationen mit Blick auf die Übernahmemodalitäten und die rechtlichen Aspekte. Diesbezüglich fehlt es an aussagekräftigen Statistiken und Belegen. Insofern ist grundsätzlich auch ein gewisser Handlungsbedarf auf Seiten der Kleinvermieter erforderlich.

Bilder: Werbewind - die Agentur