Den Urlaubswunsch im Kopf...?

Allgäu Urlaub

Wenn der Urlaubswunsch trotz schmalem Geldbeutel nicht aus dem Kopf will Drei Wege, von zuhause aus kurzfristig Kasse zu machen

Reisen ist nach Wohnung, Auto und Ernährung der Deutschen liebstes Kind. Deutsche Haushalte geben durchschnittlich 16 Prozent ihres Einkommens für die Sparte Freizeit, Kultur, Gaststättenbesuche und Beherbergung aus und investieren damit noch mehr als für Waren und Dienstleistungen wie Möbel, Haushaltsgeräte, Gesundheit und Bildung. 

Statt sich einem Spardiktat zu unterwerfen, was sich in heutigen Zeiten angesichts historisch niedriger Zinsen mehr denn je als sinnloses Unterfangen erweist, liebt es der Durchschnittsdeutsche mehr denn je zu verreisen.

So haben mehr als 50 Prozent aller Deutschen in 2013 ihre Koffer gepackt und sind für durchschnittlich zwölf Tage auf Achse gewesen, der Trend der letzten Jahre geht dabei eindeutig in Richtung Kurztrip in heimischen Gefilden.

Doch nicht immer gibt die angestrebte Urlaubskasse das her, was die Vorstellung verspricht. Gestiegene Lebenshaltungskosten, sinkende Zinsen und boomende, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse machen vielen das Leben schwer und lassen den Rotstift drohend über den Urlaubsplänen kreisen. Immer mehr Bundesbürger beschreiten daher mitunter unkonventionelle Wege, um sich dem eigenen Fernweh auf den letzten Drücker doch noch hingeben zu können.

Wer, wie, was

2013 gaben die Bundesbürger durchschnittlich 1062 Euro für ihren Urlaub aus. Deutschland verbleibt dabei in der Spitzenposition: Laut Spiegel verbringen 54 Prozent der über 55-Jährigen und 37 Prozent aller Befragten ihren Urlaub lieber in heimischen Gefilden, als im Ausland. Dabei spielen der Badeurlaub an Nord- und Ostsee oder der ausgedehnte Wanderurlaub in Bayern nach wie vor die erste Geige im Konzert der Ferienwünsche. In den letzten beiden Jahren wollten gut vier Prozent nach Berlin, gefolgt von Baden-Württemberg (3%), der Mecklenburgischen Seenplatte (1,8%), dem Harz (1,5%) und Thüringer Wald (1,4%). (Quelle: statista)

 

Doch nicht jeder hat gerade mal die benötigten, statistischen rund 1000 Euro locker oder auf der hohen Kante, Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Dabei muss es nicht unbedingt immer der Kleinkredit sein, um sich den Traum zu finanzieren, getreu nach dem Motto „Reisen sie jetzt, zahlen sie später!“.

Seit 2003 bieten Reiseveranstalter auch gleich die Finanzierung von Urlaubskosten an, Verbraucherschützen warnen jedoch vor dem allzu leichten Griff nach dem schnellen Geld.

Eine Schulden-Spirale droht, weil ein Urlaub im Gegensatz zu Konsumgütern wie beispielsweise Elektrogeräten nach Beendigung seinen Gebrauchswert – abseits von persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen -  zu 100% verloren hat und nichts davon übrig bleibt, was in einer Notsituation wieder veräußert werden könnte.

Wer trotz knapper Kasse dennoch unbedingt kurzfristig zu einer Portion Extra-Geld kommen will, um in den Urlaub zu fahren, muss auch nicht unbedingt Freunde oder Verwandte anpumpen.

Ohne seine 40-stündige Wochenarbeitszeit im Beruf überstrapazieren zu müssen, bleiben den Feierabend-Tätern noch einige andere Mittel und Wege, Geldquellen von zu Hause aus aufzutun.

Platz drei: Der Online-Verkauf vom Wohnzimmertisch aus

Wer sein totes Kapital aus Schränken, Dachspeichern oder Schubladen gewinnbringend loswerden will, muss sich längst nicht mehr nur bei Wind und Wetter an einen kleinen Tisch stellen und mit vorbeigehenden, potentiellen Kunden feilschen. Oder auch einen eigenen Garagenflohmarkt betreiben.

Neben der klassischen Annonce oder Kleinanzeige hat sich seit Beginn der 2000er Jahre ein breiter Markt an Online-Verkaufsportalen etabliert. Neben eines aussagekräftigen Fotos muss lediglich ein ansprechender Text zum Artikel verfasst und das Ganze werbewirksam auf den entsprechenden Plattformen präsentiert werden. Meist fallen keine Gebühren für das Hochladen und Einstellen der Artikel auf den jeweiligen Portalen an, lediglich eine vorab definierte Verkaufsprovision wird bei Erfolg fällig.

Platz zwei: An der Online-Börse handeln

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Handelsplattformen für Privatpersonen, die handelbare Produkte wie Devisen, Rohstoffe oder Aktien online anbieten und das dafür notwendige Know-how in Online-Schulungen durch Fachpersonal zur Verfügung stellen. So ist beispielsweise bei cmcmarkets.de die Auftragsausführung voll automatisiert und vom Benutzer individuell einstellbar. Der Laie hat in kürzester Zeit die Möglichkeit, Geschäfte auf die Kursänderung von Finanzprodukten abzuschließen und von möglichen Differenzen finanziell zu profitieren. Auch hier ist eine gewisse Portion Glück und Zocker-Mentalität gefragt.

Platz eins: Sammeln, sammeln, sammeln

Manches wandert achtlos in den Müll, das dort eigentlich nicht hingehört und zu Geld gemacht werden könnte. Dazu gehören nicht nur Pfandflaschen sondern auch pfandfreie Plastik- und PET-Flaschen, die von darauf spezialisierten Händlern in größeren Mengen aufgekauft werden. Auch Altmetalle wie Blei, Zink und besonders Messing und Kupfer lassen sich beim nächsten Schrotthändler zu Geld machen, vielleicht findet sich noch so Einiges in Kellern und auf Dachböden. Auch lassen sich diverse Metall-Gegenstände auf dem Sperrmüll finden, der in der Regel von den Gemeinden zu zentralen Terminen organisiert wird. Hierbei hat sich besonders das Sammeln von Elektrokabeln zu einer lukrativen Nebenerwerbsquelle gemausert, mehr als ein Euro für ein Kilo kunststoffummanteltes Kabel ist mittlerweile mehr als realistisch – schnell verdientes Geld. Auch findet sich vielleicht noch das ein oder andere gut erhaltene Möbelstück, über das sich der Secondhandladen um die Ecke freuen würde – zum Wohlergehen der immer praller gefüllten Urlaubskasse.

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