Der 1. Mai im Oberallgäu – das Aufstellen des Maibaums

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Die Ursprünge des Maibaumsaufstellens reichen auf das 16. Jahrhundert zurück. Seit dem 18. Jahrhundert ist der Maibaum ein starkes Symbol für das neue bayerische Staatsbewusstsein. Er bringt den Zusammenhalt und den Wohlstand der Gemeinde oder des Dorfes zum Ausdruck.

Nicht selten ergibt sich daraus ein Wettstreit der Dörfer und Gemeinden. Jeder versucht den schönsten und vor allem höchsten aufzustellen. Höhen bis 40 m sind durchaus normal. Das Fertigen und Aufstellen eines Maibaums ist stets ein gemeinschaftliches Projekt von Vereinen oder den ortsansässigen Jungen und Mädchen. Normalerweise wird der auserwählte Baum in der Freinacht (31.April) oder am 1. Mai noch vor dem ersten Gebetläuten gefällt und in den Ort gebracht, dort wird er dann entastet und entweder roh gelassen oder geschält, evtl. geschliffen und in den bayerischen Farben weiß-blau bemalt.

Geschmückt wird der Baum mit Kränzen, Fahnen, Bändern und meist wertvollen, handgefertigten Zunftzeichen des Ortes.

Ein weiterer, beliebter Brauch wurde das "Maibaum-Stehlen". Wer es schafft, dem Nachbardorf den Maibaum zu stehlen, kann sich auf das "Lösegeld" freuen, mit dem der bestohlene Ort seinen Baum zurück kauft. Meist ist dies ein gemeinsamer Abend mit Bierfässern und einer zünftigen Brotzeit. Sollte das Lösegeld nicht bezahlt werden, stellt man den gestohlenen Baum als Schandbaum neben den eigenen.

Das Wichtigste beim Aufstellen ist der Gemeinschaftssinn.
Früher durften dafür unter keinen Umständen technische Hilfsmittel benutzt werden und es musste gemeinschaftlich, allein mit Muskelkraft bewältigt werden. Heute wird häufig, aufgrund der großen Unfallgefahr, ein Kran zur Hilfe gezogen.
Meist oder mancherorts wird das Aufstellen im Dorf-, Gemeinde- oder Stadtmittelpunkt zum Dorffest, wo der Bürgermeister spricht, eine Kapelle spielt und alle Dorfbewohner teilnehmen.