Ein Instrument nimmt Einzug ins Hotel

Alphorn vor dem Landhotel

Das Landhotel Alphorn hat allein schon wegen der traumhaften Lage einiges zu bieten: einen atemberaubenden Ausblick in die Allgäuer Bergwelt und freie Wiesen, wohin das Auge reicht. Das Besondere an dem 3*- Hotel ist die Verbindung eines schön gelegenen, atmosphärischen Hotels mit einer Tradition, die aus dem Allgäu nicht wegzudenken ist: das Alphornblasen. Hotelier Jörg Pöschl lebt diese Leidenschaft und hat eine besondere Geschichte zu erzählen.

www.landhotel-alphorn.de
Tel.: +49 8321 66340
E-Mail: info@landhotel-alphorn.de


 

Wenn man Jörg Pöschl in seinem Landhotel Alphorn kennenlernt, meint man einen Hotelier vor sich zu haben, der seinen Lebtag noch nichts anderes gemacht hat als Gastgeber zu sein. Stets präsent, entspannt, engagiert und immer für die Gäste da ­ – Eigenschaften, die den Hausherren ausmachen, aber in seinem vorherigen Werdegang nicht unbedingt gefragt waren.  Bevor er in die Hotellerie einstieg, war Pöschl Postbeamter. Für jeden, der ihn kennt, schier unvorstellbar.

Wie kam es zum Landhotel Alphorn?
Der junge Jörg Pöschl hatte mit Ende 20 genug vom Beamtenalltag und nahm kurzerhand Sonderurlaub, den er im Allgäu verbrachte. Immer in den Bergen unterwegs, die Stille und Ruhe genießend, machte er sich Gedanken, wie seine Zukunft aussehen könnte. Sein liebster Platz schon damals: das Ofterschwanger Horn.  In dieser Zeit beschloss er, seine Zukunft in der Gastronomie und Hotellerie zu suchen und hatte das Glück, eine Umschulung in einem der angesehensten Häuser des Oberallgäus machen zu dürfen: in der Sonnenalp. Nachdem er dort drei Jahre „gelernt“ und im Anschluss dann vier Jahre die Après Skibar im Skigebiet Grasgehren bewirtet hat, war er bereit, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. 1998, bot sich die Gelegenheit und er übernahm die damals heruntergewirtschaftete Pension „Montana“ und nannte sie „Landhotel Alphorn“.

Alphornbläser

„Die Namensgebung war intuitiv. Meine Leidenschaft für das Alphornblasen war damals noch sehr frisch, aber ich wusste schon, dass das Hirteninstrument mich begleiten und einen besonderen Stellenwert in meinem Leben einnehmen wird,“ blickt Pöschl zurück. Seit nun mehr zwei Jahren hatte er sich an dem Instrument versucht – zuerst ganz eigenständig, dann durch Übungsstunden mit seinem Mentor und Lehrmeister Max Schmid aus Obermaiselstein.

So wurde er zum persönlichen Alphornlehrling von Schmid und seinen Alphornfreunden, die  ihn dann auch zu Auftritte mitnahmen. „Von Mal zu Mal durfte ich öfter mitspielen. Anfangs war ich noch mehr mit Bier holen als mit Alphornblasen beschäftigt,“ schmunzelt der Hotelier.

Ansicht des Hotels im Allgäu

Alphornblasen ist nicht gleich Alphornblasen
Das Alphornblasen ist im gesamten Alpenraum eine Besonderheit, die über die Landesgrenzen hinausgeht. Ob in Österreich, Deutschland oder der Schweiz, das Naturinstrument ist überall dort verbreitet, wo es Alpen und Vieh gibt. Es heißt nicht umsonst Hirteninstrument. Seit Jahrhunderten wird es eingesetzt, um die Tiere zu locken,  zu beruhigen und mit ihnen zu kommunizieren. Das Alphornblasen hat eine lange Tradition, die für Jörg Pöschl einen besonderen Stellenwert hat. „Das traditionelle Alphornblasen hat nichts mit Blasmusik zu tun, die man in einem Festzelt spielt. Es ist ein Unterschied, ob man Musik mit dem Alphorn macht oder Alphornmusik.“, erklärt der gebürtige Taubertaler, „Die Töne sind sanft, bewegend und beruhigend zugleich. Man spielt nur in original Tracht, das ganze Instrument ist komplett aus Holz und das Wichtigste: nie mit Noten spielen. Kein Hirte baut vor seinen Tieren einen  Notenständer auf.“ Diese Tradition wird von deutschen Alphornbläsern gepflegt, von Schweizern mindestens genauso. In der Schweiz hat der Hotelier dann 2014 auch einen Kursleiterkurs besucht und erfolgreich absolviert. Diese Ehre wird in der Schweiz nur 50 Teilnehmern alle drei Jahre gebührt und dient dem Zweck, das traditionelle Alphornblasen weitergeben zu können. Und das macht Jörg Pöschl mit allem was dazu gehört. Er lebt die Tradition und versucht diese weiterzuvermitteln. Während anfangs noch seine Schweizer Freunde die Alphornkurse im Landhotel Alphorn durchgeführt haben, übernimmt Jörg Pöschl dies mittlerweile selbst.

Alphornblasen in Betlehem
Und da hat er schon allerhand erlebt. So war ein Teilnehmer ein 75-jähriger Musiker aus Betlehem. Der Palästinenser hatte es sich sein Leben lang zum Ziel gemacht, alle Naturinstrumente der Welt zu spielen, die es gibt. Nur das Alphorn hatte ihm noch gefehlt. „Das war ein Kursteilnehmer unter mehr als mittlerweile 300. Ihn werde ich nicht mehr vergessen. Er hat mich sogar eingeladen, einmal über Weihnachten nach Betlehem zu kommen, um dort Alphorn zu blasen“, erzählt Pöschl. Der Alphornbläser freut sich auf weitere Jahre mit vielen Alphornkursen und vielen Menschen und Geschichten, die er kennenlernen wird.  Sicherlich auch besonders werden die Kinder-Alphornkurse, die in diesem Jahr zum ersten Mal stattfinden. Mit Spaß und Leichtigkeit soll die nächste Generation an das Naturinstrument herangeführt werden. Es muss etwas getan werden, damit das Holzinstrument weiterhin gespielt und gelebt wird.

Kleine Alphornkunde

Kleine Alphornkunde

  • Natur- und Hirteninstrument
  • nachweislich seit über 450 Jahren im Allgäu
  • Tonumfang von 16 Naturtönen
  • Im Allgäu wird „F“ Horn gespielt.
  • Länge: ca. 3,80 m
  • ein gutes Alphorn gibt es ab 1.500€
  • Alphorn im Hotel: Alphornkurse, Frühschoppen mit Alphornmusik, Alphorn-Wanderungen mit Jörg Pöschl